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Willst du die Autoimmunerkrankung besiegen? Wie man Infektionen vorbeugt oder überwindet

Das Folgende ist ein angepasster Auszug aus Beat Autoimmune, The 6 Keys to Reverse Your Condition and Reclaim Your Health, von Palmer Kippola mit Vorwort von Mark Hyman, MD (Kensington Books). Palmer ist ein zertifizierter Gesundheitscoach für funktionelle Medizin, die ihre Multiple Sklerose rückgängig machte, indem sie ihre entzündlichen Grundursachen beseitigte und ihren Darm heilte. Sie hat einen Grundstein für die Heilung und Prävention von Autoimmunerkrankungen gelegt, genannt F.I.G.H.T.S.™, die die Ursachenkategorien darstellen, die wir kontrollieren können: Lebensmittel, Infektionen, Darmgesundheit, Hormonhaushalt, Toxine und Stress. Dieser Auszug konzentriert sich auf eine der sechs Kategorieren: Infektionen.

 

Viele Experten sind der Meinung, wenn man eine Autoimmunerkrankung hat, dass man mit grösster Wahrscheinlichkeit auch eine Infektion hat. Wachsende wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass chronische Infektionen durch Bakterien, Viren, Parasiten und Pilze einen großen Beitrag zur Entwicklung und Verschlimmerung von Autoimmunerkrankungen leisten.

 

Ob eine Infektion vor der Diagnose oder der Autoimmunkrankheit die Türen zu Infektionen öffnet, jede Infektion kann eine schlechte Ausgangssituation verschlimmern, ein bereits überarbeitetes Immunsystem belasten und Autoimmunkrankheiten verschlimmern oder verstärken.


Der Weg zu Problemen: Ein gestörtes Immunsystem

Das Immunsystem fungiert als unsere Streitkräfte und schützt uns vor schädlichen Eindringlingen. Wenn es richtig funktioniert, sind wir resistent gegen Infektionen wie die Erkältung und sogar die Borreliose. Aber moderne Lifestyle-Faktoren - wie eine Ernährung mit Zucker und raffiniertem Getreide, Schlafmangel, Bewegungsmangel, übermäßiger Stress und Umweltgifte - belasten unser Immunsystem und machen uns anfälliger für Immunschwächen und Autoimmunerkrankungen.

 

Es wird Dich nicht überraschen, dass ein gestörtes Immunsystem ein guter Nährboden für Infektionen ist. Du hast vielleicht bemerkt, dass eine besonders anstrengende Zeit die perfekte Gelegenheit für eine Neuinfektion sein kann, sich anzusiedeln, wie z.B. die Erkältung oder eine heimtückische stille Infektion, wie z.B. das Epstein-Barr-Virus (EBV) - der für Mononukleose (mono) verantwortliche Täter - um Deinen Körper zu reaktivieren und Chaos zu provozieren. Und sobald Dein Immunsystem eine Reaktion auf die Infektion einleitet, produziert es eine riesige Menge an Entzündungen und schafft eine optimale Umgebung für das Entstehen oder Verschlimmern von Autoimmunerkrankungen.

 

Frauen sind anfälliger für die Folgen von Infektionen als Männer. Der Körper der Frau hat einen schnelleren und stärkeren Angriff des Immunsystems, um Infektionen zu beseitigen - und die daraus resultierende Entzündung, die ihr System überflutet, erhöht ihr Risiko für Autoimmunerkrankungen. Über das Geschlecht hinaus schwächen die folgenden Faktoren die Immunität und erhöhen in Kombination das Risiko von Infektionen und Autoimmunerkrankungen bei veranlagten Menschen:

 

  • Entzündungen - Entzündungsquellen sind Umweltgifte, verarbeitete Lebensmittel, Nährstoffmangel, schlechter Schlaf, Bewegungsmangel, chronischer Stress und natürlich Infektionen.
  • Insulinresistenz - Menschen, die insulinresistent, prädiabetisch und diabetisch sind, sind anfälliger für Infektionen.
  • Ungleichgewichtige Hormone - Hormonelle Ereignisse wie Pubertät, Schwangerschaft, Perimenopause, Menopause, Schilddrüsenfehlfunktion, Östrogendominanz und Insulinresistenz tragen zur Vorbereitung auf Autoimmunerkrankungen bei.
  • Hypometabolismus - Alterung, Schilddrüsenunterfunktion und/oder eine schwere toxische Belastung können einen langsamen (Hypo-)Stoffwechsel verursachen, der Deine Immunantwort schwächt, Deine Körperkerntemperatur senkt und dich anfälliger für alle Arten von Infektionen macht.

Wie man sich resistenter gegen Infektionen macht

Es mag verlockend sein zu denken, dass die Beseitigung einer Infektion der Autoimmunerkrankungen behebt. Der Angriff auf die Infektion allein spricht jedoch nicht die zugrundeliegenden Gründe an, warum das Immunsystem die Infektion nicht von vornherein abwehren konnte. Die Belebung des Stoffwechsels und die Einführung einer gesunden Lebensweise stärken die natürlichen Abwehrkräfte und ermöglichen es einem überlasteten Immunsystem, sich auszuruhen und aufzutanken.

 

Schritt Eins: Steigere deinen Stoffwechsel

 

Menschen mit Autoimmunerkrankungen leiden typischerweise an einem trägen Stoffwechsel - einem erschöpften Energiezustand namens Hypometabolismus. Es ist, als ob die energieproduzierenden Mitochondrien Deines Körpers und die Schilddrüse (die "Gaspedaldrüse") beide in Streik getreten wären. Du fühlst dich müde, kalt und scheinst unfähig, Gewicht zu verlieren.

 

In einem hypometabolischen Zustand zu sein, verringert nicht nur die Vitalität, sondern auch die Robustheit des Immunsystems. Wenn du denkst, dass dein Stoffwechsel einen Schub braucht, versuche es mit diesen Strategien:

 

1. Tief, langsam und absichtlich mehrmals täglich atmen.

Bewusstes Atmen ist eine der leichtesten und täuschend einfachsten Möglichkeiten, den Stoffwechsel anzuregen und sich gleichzeitig zu entspannen.

 

Versuch es mal: Nimm 10 bewusste Atemzüge mit einem Verhältnis von 1-4-2. Einatmen für vier Sekunden, Halten für 16 Sekunden und Ausatmen für acht Sekunden. Mache drei Runden von 10 Atemzügen ein paar Mal am Tag. Für weitere Informationen über die Atmung, um den Stoffwechsel anzukurbeln, schau dir Pam Grout's Jumpstart Your Metabolism an: How to Lose Weight By Change the Way You Breathe.

 

2. Benutze rote Lichter, wenn es dunkel ist.

Standard-Kunstlicht strahlt ein blaues Wellenspektrum aus, dem man abends und am frühen Morgen ausgesetzt ist, Melatonin unterdrückt, den Tag-Nacht-Rhythmus beeinträchtigt und den Körper in einem hypometabolischen Zustand hält. 

 

Versuch es mal: Tausche deine Nachttischlampe gegen eine rote LED-Glühbirne aus und besorge dir ein rotes Nachtlicht für das Badezimmer; installiere die kostenlose Lichtdimm-Software F.lux auf deinen elektronischen Geräten, trage abends zu Hause eine "blaue Blockerbrille" und mache es zu einem Ritual, kurz nach dem Aufwachen etwas Morgensonne zu bekommen.

 

3. Regelmäßig in Ketose übergehen.

Die ketogene Ernährung, eine fettreiche, moderate Protein- und kohlenhydratarme Ernährung (ca. 70 Prozent Fett, 25 Prozent Protein und 5 Prozent Kohlenhydrate) hilft, Entzündungen zu reduzieren, die Insulinresistenz umzukehren, die Gehirnfunktion und das Energieniveau zu verbessern und sogar die Entgiftung von Schwermetallen zu unterstützen.

 

Versuch es mal: Für einen vollständigen Keto-Guide, siehe Dr. Axe's Keto Diet: Dein 30-tägiger Plan zum Abnehmen, Hormone ausgleichen, die Gehirngesundheit steigern und Krankheiten umkehren.

 

4. Versuch es mal mit Intervallfasten.

Studien bestätigen, dass der regelmäßige Verzicht auf Nahrung zahlreiche gesundheitliche Vorteile hat, wie z.B. die Verbesserung der Insulinempfindlichkeit, die Steigerung des Stoffwechsels und die Erhöhung des Energieniveaus. 

 

Versuch es mal: Um es zu erleichtern, solltest Du 15 Stunden zwischen Abendessen und Frühstück (d.h. ohne Kalorien) ein paar Mal pro Woche einplanen. Oder probiere, das Abendessen ein paar Mal pro Woche zu überspringen und einfach nur Frühstück und Mittagessen zu essen.

 

5. Bewegung, insbesondere diese drei Arten können sowohl kurz- als auch langfristige Auswirkungen auf den Stoffwechsel haben.

Zunächst einmal produziert das Widerstandstraining mit hohen Gewichten aktives Muskelgewebe, das stoffwechselaktiver ist als Fett und hilft, selbst im Ruhezustand mehr Kalorien zu verbrennen.

 

Zweitens sind hochintensives Intervalltraining (HIIT) und hochintensives Intervallwiderstandstraining (HIRT), wie schnelle Schaltungen im Fitnessstudio, effiziente Möglichkeiten, den Stoffwechsel anzukurbeln. Drittens hat sich gezeigt, dass ein moderates Herz-Kreislauf-System in einem gefasteten Zustand, z.B. als erstes am Morgen, eine bessere metabolische Wirkung hat als das Training nach dem Essen. 

 

Versuch es mal: Wenn Du in der Lage bist, mache das 12-minütige HIIT-Protokoll von Dr. Izumi Tabata: 20 Sekunden totale Anstrengung (z.B. Sprint, High Step, Hampelmänner) und ruhe dann für 10 Sekunden. Wiederhole es acht Mal, und du bist fertig! Auf YouTube findest du vier- und zehnminütige Tabata-Trainings für Anfänger.

 

6. Nimm regelmäßig kalte Duschen, um deinen Stoffwechsel anzukurbeln.

Wie beim Fasten hat das Eintauchen in kaltes Wasser einen "horetischen Effekt" - d.h. ein wenig Stress wirkt sich positiv aus. Kaltwasser zwingt Deinen Körper nicht nur dazu, härter zu arbeiten, um Dich warm zu halten und dadurch mehr Kalorien zu verbrennen, es aktiviert auch gesundes braunes Fett, das hilft, schädliches Fett (weißes Fett) zu beseitigen.

 

Versuch es mal: Abwechselnd 20 Sekunden heißes und 20 Sekunden kaltes Wasser in der Dusche für einige Minuten.


Schritt Zwei: Entlaste dein Immunsystem.

 

Dein Immunsystem ist dein stärkstes Heilmittel.... wenn es richtig funktioniert. Ein gut funktionierendes Immunsystem ist ausgeglichen und widerstandsfähig, wehrt bei Bedarf Infektionen ab, reagiert nicht übermäßig auf Lebensmittel und andere harmlose Umweltfaktoren wie Pollen oder greift den eigenen Körper in einer Autoimmunreaktion an.

 

Die gute Nachricht ist, dass der Körper eine angeborene Regenerationsfähigkeit hat, und unser Immunsystem kann innerhalb weniger Tage oder Wochen in Richtung Gleichgewicht gebracht werden, indem man einfach Entzündungsquellen entfernt und nahrhafte Lebensgewohnheiten annimmt:

 

1. Entferne verarbeitete Lebensmittel, Zucker und stärkehaltige Kohlenhydrate.

Mikroben lieben Zucker; das Immunsystem nicht. Studien zeigen, dass Zucker in allen Formen (Glukose, Fruktose und Saccharose) die Immunfunktion fünf Stunden lang nach dem Verzehr unterdrückt. Um sich für infektiöse Mikroben unwirtlich zu machen und die Immunfunktion zu verbessern, solltest du aufhören, die Mikroben zu füttern.

 

2. Hinzufügen von immunstärkenden Lebensmitteln

Eine Vielzahl wissenschaftlicher Erkenntnisse zeigt, dass Knoblauch und Ingwer starke entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften haben - auch gegen medikamentenresistente Krankheitserreger. Kokosöl wirkt nachweislich gegen den Pilzkeim Candida albicans. Curcumin, das gelb-orange Pigment aus der Kurkuma-Wurzel, moduliert nachweislich das Immunsystem und verbessert die Autoimmunbedingungen. Schließlich sind fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut und Kimchi antimikrobiell und immunstärkend. 

 

3. Strategische Ergänzung

Mehr als 148 Studien zeigen, dass Vitamin C (auch Ascorbinsäure genannt) Infektionen durch Viren, Bakterien und Protozoen lindern oder verhindern kann. Nimm 2.000-5.000 Milligramm [idealerweise maisfrei] Vitamin C pro Tag in getrennten Dosen, mit oder ohne Essen.

 

Es hat sich gezeigt, dass Vitamin D3 das Immunsystem moduliert und vor Autoimmunerkrankungen schützt; während ein niedriger Vitamin D-Spiegel mit einer erhöhten Infektion und Autoimmunerkrankungen verbunden ist. Laß deine D-Werte testen und ziele auf Werte von 70-100 ng/ml, um Autoimmunerkrankungen mit 5.000-10.000 IE Vitamin D3 am Morgen zu heilen oder zu verhindern. D3 ist am vorteilhaftesten, wenn es am selben Tag wie Vitamin K2 eingenommen wird, um Kalzium an die richtigen Stellen zu bringen, wie Deine Knochen und nicht an die falschen Stellen, wie deine Arterien.

 

Zink ist ein wesentliches Element, das die Immunfunktion und Infektionsresistenz unterstützt; und die Korrektur von Zinkmangel kann die Symptome von Autoimmunerkrankungen und anderen Krankheiten verbessern. Nimm 30 Milligramm Zink pro Tag mit Nahrung - entweder auf einmal oder in getrennten Dosen; und nimm 2 Milligramm Kupfer, um 30 Milligramm Zink auszugleichen. Probiotika wie Lactobacillus, Bifidobacterium und Saccharomyces-Arten haben eine positive, modulierende Wirkung auf das Immunsystem.

 

 4. Erhalte erholsamen Schlaf

Weniger als sechs Stunden Schlaf pro Nacht unterdrücken die Immunfunktion, schalten entzündliche Gene ein und erhöhen das Risiko von Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD). Das Immunsystem funktioniert am besten, wenn man genügend Schlaf bekommt. Acht oder mehr Stunden können für jeden mit einem chronischen Gesundheitszustand ideal sein.

 

5. Mehr bewegen

Man sagt: "Sitzen ist das neue Rauchen", und die Wissenschaft bestätigt das in Bezug auf den sitzenden Lebensstil. Eine Überprüfung von 18 Studien ergab, dass diejenigen, die am längsten saßen, doppelt so wahrscheinlich an Diabetes oder Herzerkrankungen litten und ein höheres Todesrisiko hatten als diejenigen, die am wenigsten gesessen hatten. 

 

Eine moderate tägliche Bewegung, wie zum Beispiel 40 Minuten spazieren gehen, reduziert systemische Entzündungen und die Häufigkeit von Erkrankungen der oberen Atemwege. Wenn Du lange sitzt, steh alle Stunde auf und bewege Dich. 

 

6. Stress minimieren

Chronischer Stress hat negative Auswirkungen auf fast alle funktionellen Leistungen des Immunsystems. Mach was du kannst, um unnötige Stressoren zu beseitigen und gesunde Wege zur Entspannung zu finden, wie das Baden in einem heißen Bittersalz-Bad, Lachen und langsames, bewusstes Atmen, was nachweislich Stress abbauen und Entzündungen reduzieren kann.


Abschließende Überlegungen zur Vorbeugung von Infektionen zur Bekämpfung von Autoimmunerkrankungen

Während Du Deinen Stoffwechsel verbesserst und gesunde Lebensgewohnheiten übernimmst, wirst Du Deinen Körper zum Positiven verändern und Dein Immunsystem kann oft schon allein persistente Infektionen eliminieren oder zumindest das Ausmaß reduzieren. Indem Du proaktiv an der Beseitigung von Infektionen arbeitest, machst Du einen entscheidenden Schritt, um Autoimmunerkrankungen rückgängig zu machen und zu verhindern.


Quelle: Dr. Axe Blog   

 

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